In den letzten Jahren wurden immer mehr Alternativen für Pferde zum klassischen Eisenbeschlag entwickelt. Warum? Weil das Eisen die Hufqualität nachhaltig verschlechtert und sich somit selbst notwendig macht. Bereits im 19. Jahrhundert wusste man:

Der Hufbeschlag ist eigentlich nur das Mittel, den möglichst großen Nutzen aus den Pferden zu ziehen; …Ob der Hufbeschlag das Mittel ist, die Hufe gesund zu erhalten, das ist eine Frage, die man füglich verneinen kann; denn die Erfahrung hat gelehrt, dass, je länger das Beschlagen bei einem Pferde angewendet wird, namentlich auch je früher die Tiere beschlagen werden, ein umso nachteiligerer Einfluss auf die Hufe ausgeübt wird

Groß, J. : Lehr- und Handbuch der Hufbeschlagskunst(1861)

Wenn es also immer mehr Alternativen zum Eisen gibt, sollte man sich diese genauer anschauen. Gerade Kaltblutbesitzer bekommen allerdings oft zu hören, dass es für Kaltblüter keine Alternativen gäbe, auf Grund der Hufgröße und des Gewichts. Das stimmt allerdings nicht. Auch Kaltblüter können barhuf laufen und haben ein Recht auf eine Alternative! Die Auswahl ist auf Grund der Größe sicherlich etwas geringer, aber auch hier gibt es immer mehr Angebote. Ich habe mir den Klebebeschlag von PP Systems genauer angeschaut.

 

 

Hufschutz von Hand modellierbar

PP Systems Kunststoffbeschläge wurden aus Kunststoff mit Memory-Effekt gefertigt. Das bedeutet, dass sich dieser nach kurzer Erhitzung von Hand modellieren und anpassen lässt und in dieser Form verbleibt, wenn er abgekühlt ist. Somit kann man diese Kunststoffbeschläge an unterschiedliche Hufformen anpassen, ohne Werkzeug nutzen zu müssen. Das führt auch dazu, dass durch die optimale Passform, die Haltbarkeit größer ist.

Den Esprit glue on Shoe Special gibt es derzeit in sieben Größen. Ich habe mich für Größe 3 entschieden. Diese ist für Hufe mit ca. 15 – 15,5 cm Breite geeignet. Eine weitere, größere Größe soll noch dieses Jahr herauskommen. Für Noriker kann Größe 3 also schon knapp werden. Laura hat relativ kleine Hufe und auf Grund der Anpassbarkeit hat es hier noch mit der Größe “3” geklappt.

Die Montage des Klebebeschlags

Die PP Systems lassen sich relativ einfach montieren und sind daher auch für die Anbringung durch Laien geeignet. Dennoch muss man hier wirklich sehr genau arbeiten, sonst kann das die Haltbarkeit einschränken, ohne dass das Produkt oder der Hersteller etwas dafür können!

Wenn man den Klebebeschlag über die Website bestellt bekommt man sehr schnell die Lieferung mit einer sehr genauen Montageanleitung und was man für die Montage braucht. Vereinfacht vollzieht man pro Huf folgende Schritte nach der Hufbearbeitung:

  • Säuberung und Anrauen der Hufwand
  • Aufbringen des Primers und anschließend trocknen lassen
  • Klebebeschlag für 10-15 Minuten in heißes Wasser geben
  • Klebebeschlag und Laschen an den Huf anppasen und anschließen in kaltes Wasser geben
  • Klebebeschlag an den Huf anbringen, indem man die Laschen mit einem Heißluftfön nochmals warm macht, Schutzfolie abzieht und fest an den Huf anbringt.

 

Die Montage ist zwar einfach aber man sollte dennoch nicht den Zeitaufwand unterschätzen! Wie schon erwähnt muss genau gearbeitet werden. Jegliche Form der Verschmutzung oder ungenauen Arbeit, verfälscht das Ergebnis. Man sollte auch nicht direkt nach Anbringung eine große Belastung auf den Hufschutz bringen, sondern ca 24. Stunden warten.

Die ersten Schritte mit Klebebeschlag

Hier sieht man Norikerstute Laura direkt nach der Anpassung und Montage der Esprit glue on shoe Special von PP Systems. Auf Steinen läuft sie normalerweise noch fühlig, der neue Hufschutz ist zunächst noch ungewohnt für sie, aber sie läuft gut damit.

Die Haltbarkeit des Klebebeschlags

Entgegen der Erwartungen einiger Aussagen im Internet kann ich sagen, dass der Klebebeschlag von PP Systems auch am Kaltblut gehalten hat!

Laura steht in einem Laufstall mit unterschiedlichen Untergründen: Waldboden, Beton, Wiese, Steine, Matten und je nach Wetter auch an der ein oder anderen Stelle Matsch. Sie trug den Klebebeschlag logischerweise permanent. Sie wurde in allen Gangarten geritten und nahm an einem zweitägigen Festumzug teil (hier war sie wohl das einzige Kaltblut mit Kunststoff an den Füßen, was für einige interessante Blicke gesorgt hat). Den ersten Klebebeschlag verlor sie nach vier Wochen, den letzten nach sechs Wochen. Das Material der vorderen Laschen am Übergang zum Hufschutz hat bei ihr nicht länger Stand gehalten. Die Abnutzung der Lauffläche war absolut in Ordnung und hätte auch noch länger gehalten. Alles in allem sind 4 – 6 Wochen bei einem Kaltblut von knapp 800 kg ein ordentliches Ergebnis! Das Paar kostet 59 Euro zzgl. Versand, was ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis ist. Leider kann man den Hufschutz, wenn die Laschen kaputt sind, nicht nochmals ankleben. Ich finde die Lösung aber gerade für Pferde, die z.B. gesundheitsbedingt kurzfristig einen permanenten Hufschutz benötigen sehr gut. Hier kann man auf Eisen verzichten und hat eine wirklich gute Alternative.

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